Die " Alpinia " einst.

 

Die " Alpinia " jetzt.


Gebirgstrachtenverein „ ALPINIA-Salzburg“

Chronik

 

 Die „Alpinia Salzburg“ am Beginn heutiger Salzburger Volkskultur.

 

In den ersten Monaten des Jahres 1891 fassten mehrere Mitglieder des

damals schon bestehenden "Alpen und Edelweiß-Club“( gegr. 1881)

und des“ Untersberg-Club“ von Hellbrunn den Entschluss, einen

„Touristen-Geselligkeits-Club ALPINIA“ zu gründen.

Die Gründer

waren vom idealen Gedanken getragen, in der freien Zeit hinauszuwandern in

unsere reine Bergwelt, sowie den unsere schöne Stadt besuchenden Fremden

Einblick in das Leben und Treiben in unseren Gauen zu gewähren. In den

Gründungssatzungen heißt es dazu: „Förderung des Interesses an der Touristik,

Pflege Salzburger Nationalität, Sitten und Gebräuche, als Tanz, Gesang,

Volksdichtung, Erhaltung alter Herkommen und Pflege eines gemütlichen und

freundschaftlichen Zusammenlebens.

Ganz Salzburg, Adel, Bürger, besonders die Geschäftsleute, ja sogar der

Landespräsident widmeten sich diesem Kulturverein der Wiederentdeckung

und Erhaltung der Salzburger Tracht und Bräuche. Ganz im historischen

Geist suchten die Vereinsmitglieder in den Gauen auch nach

Bräuchen und Tänzen, übten sie ein, ließen sich Trachten und Kostüme anfertigen und betrachteten es als kulturelle Aufgabe, diese „Altherthümer“ zu erhalten.

Die ALPINIA

war somit der erste Trachtenverein in der damaligen noch bestehenden Monarchie Österreich ( 1867-1918). Nach den heute noch vorliegenden Gründungsstatuten wurde die ALPINIA am 6. Mai 1891 gegründet und mit Erlass der k.u.k. Landesregierung Salzburg, unter der Registrierungsnummer 5520, am 22. Juni 1891 genehmigt.

Unterzeichner der Statuten sind die Herren Toni Blum als 1. Vorstand, Leopold Brandauer, Hans Eberhartinger, Josef Langer, Josef Bertran, Heinrich Baltzer und Mathäus Künstelberger.

Am 5. August 1891 tagte im Gasthaus „Zipflwirt“ im Nonntal die Gründungsversammlung.Somit war nur ein Jahr nach der Gründung des Gauverbandes I die Geburtsstunde der „ALPINIA“, die seit damals in ununterbrochener Folge bis zum heutigen Tage (126 Jahre) Mitglied dieses Gauverbandes ist.

In aus dieser Gründungszeit erhaltenen Fotodokumenten sind die damaligen Mitglieder in Jägertrachten abgebildet. Im Spätherbst bezog die „ALPINIA“ ein Clublokal im damals noch bestehenden Hotel „Erzherzog Karl“

in der Elisabeth Vorstadt. Hier fanden auch die ersten öffentlichen

Veranstaltungen statt, die von den Gästen als Novität sehr beifällig

aufgenommen wurden.

Am 30.Jänner 1892 luden die Mitglieder in den Mirabellsaal zum ersten „Kränzchen“ ein, dem Vorläufer des heute weitbekannten „Edelweisskränzchen“.

Da der Verein sich nicht nur das Wandern in der freien Natur, sondern nun auch im verstärktem Maße die „Erhaltung der Volkstracht“ zum Ziele setzte, wurde im Jahr 1900 der Beschluss gefasst, den Vereinsnamen vom „ Touristen Geselligkeits-Club in „1. Salzburger Gebirgsverein ALPINIA“ abzuändern.

Bräuche -und Volkstanzpflege als Gesellschaftsspiel und zu karitativen Zwecken und ab 1900 die „Erhaltung der Volkstracht“ gehörten zu den Hauptinteressen, die ab 1901 unter Obmann August Neubauer (1870-1950), auch mit Vorführungen und Selbstdarstellungen in der Stadt, speziell vor Touristen und später Festspielgästen, gekoppelt waren.

Die  „Alpinia“ entwickelte sich rasch zum tonangebenden Trachten-und

Brauchsverein, ihre Mitglieder standen ja mit „ganz Salzburg“ im

dienstlichen und gesellschaftlichen Kontakt. Sie konnte aufgrund des

gesellschaftlichen Niveaus ihrer Mitglieder karitativ wirken und sich für die

Gestaltung aller Feste der Stadt und des Landes engagieren.

1900 wurden die kniekurzen Lederhosen für die“ Alpinia“ typisch.

1904 fanden bereits im damaligen Kurhaus die ersten „Alpinen Abende“ statt. Erste Darstellung der" Alpinia Tresterer" auf einer Studio Fotografie.

1906 rüstete sich die „ALPINIA“ zur Fahnenweihe. Anschaffung verschiedener (Bayrischer) Vereinstrachten, wie Miesbacher und Berchtesgadener Tracht.

1911 Gründung der Landeskommission –betreffend Förderung und Hebung der Salzburger Eigenart in Tracht, Sitten und Gebräuchen- die beratend im Landtag wirkte.

1912 wurde der „ ALPINIA“ eine besondere Ehre zuteil: Ihr oblag es, das 22. Gaufest des Gauverbandes I auszurichten.Vorstellung der „neuen allgemeinen Alpinen Tracht( Alpiniatracht) der Männer“. Sie ist bis heute eine häufig getragene Alltagskleidung der Männer im Umkreis der Vereine.

Der 1.Weltkrieg mit allem seinem Leid wirkte auch im Kleinem: Die Vereinstätigkeit erlahmte völlig.

1919 kam wieder Leben in die „ALPINIA“.

1923 Mitwirkung beim großen Musik-Trachtenfest in Salzburg mit Beteiligung der "Alpinia Tresterer" und Vorstellung des Lungauer Reiftanzes und des Unkener Stelzentanzes.

1924 erfolgte zusammen mit der Binderinnung die Gründung der Bindertanzgruppe . Der Küfertanz wurde nach jahrelanger Unterbrechung wieder aufgeführt.

1926 beim „Alpinia Ball“ wurde erstmalig das Wahrzeichen der Stadt Salzburg, der „Salzburger Stier“,( Stierwascher) der Öffentlichkeit präsentiert.

1934 Franz Elshuber kam zum Verein, der sich in späteren Jahren besonders um die Organisation von Auslandsfahrten verdient gemacht hat.

1935 Schaffung des „Salzburger Landesanzuges“, der per Landesgesetz als Dienstkleidung Mitgliedern der Landesregierung, Beamten und Lehrern verordnet wurde.

1937 Mitwirkung beim Fest der Nationen in Cannes.

1938 In den Kriegswirren bis 1946, die auch Salzburg nicht

verschonten, verlor die „ALPINIA“ das mit viel Liebe und Geld

angelegte Archiv im Gasthaus „Zu Rose“. Die Vereinstätigkeit beschränkte

sich in jener Zeit auf die Betreuung der Verwundeten in den Lazaretten.

1946 erstes Auftreten der „Alpinia-Tresterer" beim Salzburger Adventsingen mit Tobi Reiser.

1947 regte sich wieder allseits begeisterte Vereinsarbeit, wobei vor allem viel Jugend zur „ALPINIA“ stieß.

Anfang der fünfziger Jahre wurden die ersten großen Auslandsreisen unternommen und Werbung gemacht für unsere schöne Heimatstadt Salzburg.

1961 wurde zum 70-jährigen Bestand das 71.Gaufest des Gauverbandes I ausgerichtet.

1973 Verbrüderung mit dem italienischen Chor „ LaMontanara“.

1975 Wurde in Wagrain ein Ferienhaus gepachtet als Probenlokal, sowie für die gesellige Benützung der Mitglieder und Erholungszweck der Kinder.

1988 Neuwahlen, 1.Vorstand, Erwin Laubichler, 2. Vorstand, Helga Prax, Ehrenvorstand , Hans Brugger.

1989 Nach 43 Jahren Ende der Mitwirkung der„Alpinia-Tresterer“ beim Salzburger Adventsingen“. Beginn des jährlichen Trestererlaufes in der letzten Raunacht, am 5. Jänner des laufenden Jahres in Bauerhöfen am Rande der Stadt Salzburg.

1990 Salzburger Landesfest mit Beteiligung der „Alpinia –Tresterer“ und des “ Salzburger Stier“.

1991 Nach 45 Jahren Beendigung der erfolgreichen Serie „ Lustige Salzburger Abende“ im Stieglkeller Salzburg, nach restriktiver Parkraumbewirtschaftung in der Stadt Salzburg. Starker Besucherschwund zwang die Vereinsführung diese große volkskulturelle Veranstaltung für immer aufzugeben, um den Verein in seinem Bestand nicht zu gefährden.

2004, 100 Jahre Bestand der Schönperchtengruppe „Alpinia-Tresterer".

2006 Neuwahlen, 1. Vorstand, Erwin Laubichler, 2. Vorstand,Walter Prax.

2011 Antrag bei der UNESCO wegen Verleihung des immateriellen

Weltkulturerbes für die „Alpinia –Tresterer.

2013 Am 3. Juni, 2013, fand im Mozarthaus, St. Gilgen, der Festakt

zur Verleihung der Urkunde „ Immaterielles Weltkulturerbe“ an die              „Alpinia –Tresterer“ statt.

Verleihung des Verdienst-Zeichen des  Landes Salzburg für Erwin Laubichler 1.Vorstand seit 1988.

2014 Fertigung von 10 neuen Kostümen für die „Alpinia-Tresterer“ um den Perchten-Nachwuchs entsprechend einkleiden zu können.

2016 Verabschiedung unseres Ehrenobmannes Hans Brugger + 28.6.2016

2017 Bildungsfahrt der „Alpinia-Tresterer“ in das Wiener Volkskundemuseum zur Ausstellung „MATTHIAS TANZT“ „Salzburger Tresterer on stage“ mit Aufführung des „PinzgauerTresterertanzes.

 

Stand 31.1.2017